Erste Spieleprojekte

Schon als ich mein Einsteigerbuch übers Programmieren zur Hälfte durch hatte, suchte ich mir erste Spiele-Projekte, die ich umsetzen wollte: Minesweepter und ein Text-Game waren schnell programmiert.

Es folgte eine Art Sokoban-Adventure-Idee, die ein bisschen umfangreicher werden sollte: Das war etwa im März 2012, also vor einem Jahr. Dazu malte ich viele Bilder von Blöcken, Wänden, Löchern und weiteren Items, denen man in meinem Spiel so begegnen konnte und begann diesmal selbst, den Quellcode für das Spiel zu schreiben. Natürlich wusste ich damals noch nicht viel. Ich programmierte auch noch nicht für Android, sondern „normales“ Java – die Programme waren quasi kleine Computer-Spiele auf dem normalen Rechner.

Immer, wenn ich am Wochenende zu meinem Freund fuhr, hatte ich meinen Laptop dabei und zeigte ihm stolz meine Fortschritte an dem Spiel. Ich war stolz und glücklich, wie ich vorwärts kam – baute immer mehr Extras ein.  Immer, wenn ich mit der SBahn fuhr, hatte ich meinen kleinen Notizblock dabei und zeichnete neue Levels für mein Spiel: Skizzen darüber, wo die Blöcke, Wände, Löcher und Gruben lagen. Als ich merkte, dass alles klappte, kamen neue Welten dazu: Eine Eiswelt, eine Feuerwelt, eine Ruinenwelt und eine Wüste. Insgesamt brauchte das Spiel ca 3 Monate, bis ich es in der ersten Vorversion fertig hatte – wobei ich da nebenher auch noch meine Ausbildung (38,5-Stunden-Woche) machen musste und gerade auf die Abschlussprüfungen lernte.

Das Spiel wurde super-niedlich und ist quasi die Vorversion zu Mountain Quest! Auch mein Freund meinte, dass er es richtig süß fand und ich war stolz. Die Leidenschaft fürs Programmieren wurde immer stärker und ich las immer mehr weiterführende Bücher über das Programmieren mit Java: Entwurfsmuster von Kopf bis Fuß, Grundkurs Computergraphik mit Java und Algorithmen kompakt und verständlich.

Weitere Projekte folgten, wie ein einfaches Vier Gewinnt, ein Match-3-Game und ein Knobel-Logik-Game. Das waren die Vorversionen zu Magic Lines und Lights On!

Erst im Juli wagte ich dann jedoch den Sprung von normalem Java hin zu Android: Ich hatte bereits viele Bücher gelesen und meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen – also hatte ich frei und konnte mehr Zeit auf die Spiele verwenden. Zunächst fand ich kein passendes Buch, mit dem ich einfach in Android einsteigen konnte. Irgendwann griff ich dann auf ein englisch-sprachiges Buch zurück und das half mir dann enorm weiter: Beginning Android Games. Ab Oktober kam ich dadurch gut mit Android zurecht und schrieb ein Snake-Minispiel, ein Karteikarten-Vokabeltrainer-Programm (Virtual Cards) und Lights On! nochmal neu für Android.

Dann musste ich mir auch noch CSS und HTML beibringen, um mir eine Homepage zu basteln. Hierzu las ich dann noch mehr Bücher und zwar CSS Das umfassende Handbuch und Javascript: Das umfassende Handbuch. Man sieht also: Es gibt voll viel zu tun, um so ein Spiele-Projekt mal zum Laufen zu bringen!

Jedenfalls erinnere ich mich gut an den Kroatien-Urlaub von mir und meinen Freund: Wundervolle Nachmittage beim Schnorcheln, anschließendes In-Der-Sonne-Liegen mit Javascript-Buch im Gepäck. Ich war voll auf Programmier-Entzug und verschlang Seite für Seite von diesem Buch. Laptop war natürlich auch dabei, doch wurde eher seltener herausgekramt – ein bisschen muss Urlaub ja doch auch Erholung sein!

Erst im Dezember war dann alles so weit:  Meine Homepage war – teils mit eigenem Code, teils mit Hilfe eines Web-Editors – fertig gestellt. 3 Spiele waren programmiert und bereit zur Veröffentlichung und mit dem Finanzamt war die Sache ebenfalls geklärt! Ich hatte mich einfach so selbstständig gemacht.

Nach einem Jahr Vorarbeit waren meine ersten Spiele dann endlich öffentlich! Doch immer noch blieb natürlich viel zu tun, viel zu lernen und eine Menge neuer Dinge zu entdecken für mich in der Welt der Informatik. Denn mit dem einfachen Veröffentlichen von mühsam programmierten Spielen ist noch wirklich lange nicht genug getan! Schließlich müssen die Spiele irgendwie ja auch vermarktet und an den Mann gebracht werden.

Dennoch bin ich stolz und glücklich, dass ich nach einem Jahr immerhin schon ein Ergebnis vorweisen kann. Denn ne 60 Stunden Woche hatte ich mit meinem Spiele-Projekt und dem Selbststudium auf jeden Fall!

 

PS: Möchtet ihr euch meine ersten Spiele einmal ansehen?

>> Shooting Star: Ein bunter actionreicher 2D-Shooter im Comic-Look, bei dem du eine junge Hexe durch unterschiedliche Levels steuerst!

>> Mountain Quest: Ein niedliches Puzzle-Adventure im Sokoban-Stil mit vielen Welten (Feuer, Eis, Wüste, Ruinen, Grasland), vielen Items (Schlüssel, Fackeln, Diamanten, Leitern, Brettern, etc) und 200 Levels voller Rätsel!

>> Magic Lines: Ein buntes Match-3-Geschicklichkeits-Spiel mit vielen unterschiedlichen und abwechslungsreichen Spielvarianten!

>> Virtual Cards: Ein praktisches Karteikarten-Programm, mit dem man seine Vokabeln auf dem Handy trainieren kann!

>> Lights On!: Ein kniffliges Knobelgame mit 100 bunten Rätseln voller Monster!

>> Jelly Snake: Ein Snake-Game mit mehreren unterschiedlichen Spielmodi!

 

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Beginn der Leidenschaft

Alles begann relativ unspektakulär im Dezember 2012, als mein Freund und ich einfach eine Idee suchten, was man im Winter außer Skifahren am Wochenende noch schön zusammen machen konnte. Mein Vorschlag war: Hey, vielleicht programmieren wir uns einfach mal unser eigenes Asteroids. Mein Freund ist Informatiker. Ich selbst hatte noch nie eine Zeile Code geschrieben. Aber ich spiele gern und dachte, ich mache dann einfach mal die Graphik.

So begann es. Ich setzte mich hin und malte voller Leidenschaft bunte Felsbrocken, einen schönen Weltraumhintergrund und ein paar Raumschiff-Varianten. Mein Freund installierte Eclipse für Android und dann setzten wir uns beide zusammen vor den Computer. Ich starrte auf den Editor und dachte, jetzt wird es ganz bestimmt hochkompliziert. Eigentlich wollte ich meinem Freund hauptsächlich zusehen, wie er programmiert, um bei ihm zu sein. Doch dann war das, was er da hinschrieb, sogar verständlch.

Ich sah meinen ersten if-Satz. Meine erste while-Schleife. Und plötzlich verstand ich, dass Programmieren eigentlich irgendwie logisch und schön ist. Dann bauten wir meine Bilder ein und testeten. Am ersten Tag schafften wir nur, dass alles auf dem Bildschirm zu sehen war und die Asteroiden irgendwo am oberen Bildschirmrand auftauchten und runterfielen, ohne Kollisions-Test.

Am nächsten Wochenende bauten wir dann ein, dass das Raumschiff, das still in der unteren Mitte des Bildschirms stehen sollte, sich drehen konnte und schießen konnte – je nachdem, wohin man auf dem Bildschirm klickte. Ich lernte ein bisschen über Variabeln, über Konstruktoren.

Ne Zeitlang machte das voll Spaß und ich dachte mir, ich will unbedingt mehr übers Programmieren lernen! Ich bestellte mir ein Buch – Programmieren Lernen mit Java ohne Vorkenntnisse und war ziemlich schnell voll gebannt. Das Buch kam einen Tag vor Weihnachten an. Und an Weihnachten selbst programmierte ich dann bis 16 Uhr an den Übungen im Buch herum – bis mein Vater vor der Tür stand und mich abholte, zur Bescherung zu kommen. Das war voll lustig.


Ich fühlte mich neu in einer altbekannten Welt. Auch wenn ich noch so wenig übers Programmieren wusste, fühlte ich mich vertraut damit und wollte von Anfang an mehr, immer mehr. Ich hatte mir das Ziel, richtig gut Programmieren zu lernen, sehr bald schon gesetzt – fand mich dank des einfachen und wirklich empfehlenswerten Buches auch sehr schnell zurecht – und dachte, jetzt wird der Traum vom Spieleprogrammieren vielleicht doch noch wahr.

So begann eine riesige Leidenschaft.

 

PS: Buchtipp für alle, die ebenfalls Programmieren lernen möchten: Den optimalen Einstieg in Java bietet meiner Meinung nach das Buch Programmieren Lernen mit Java – ich hätte mir keinen einfacheren und motivierenderen Einstieg ins Programmieren wünschen können!

Über mich

Ich heiße Claudia, bin 25 Jahre alt.

Mein großer Traum war es immer, Geschichten zu erzählen. Irgendwie ein bisschen meine Kindheit mitzunehmen und behalten zu dürfen, auch hier noch – in einer erwachsenen Welt. In meiner Jugend schrieb ich Romane, Kurzgeschichten. Allerdings tat ich das einfach so für mich, wollte nicht einmal „mehr“ – keine Öffentlichkeit.

Vor knapp über einem Jahr, nämlich im Dezember 2012, entwickelte ich dann eine neue Leidenschaft. Ich lernte programmieren. Und fühlte mich dabei ein bisschen so, wie früher bei dem Schreiben:
Man kann eine eigene kleine Welt aufbauen, Geschichten erzählen, gestalten.

Ich mag selbst sehr gern klassische Spiele: Retro, Arcade, Jump n Runs, Action-Games, Point & Clicks und Action-Adventures, Simulationen und ab und an auch Casual-Games. Das sind die Spiele, mit denen ich aufgewachsen bin – und die Genres, die ich programmieren möchte.
Ehrlich gesagt war es am Anfang eine fixe Idee – die dann jedoch immer stärker und bedeutender wurde. Ich programmierte jeden Tag und fand es wunderschön. Immer mehr lernte ich, über Computer-Graphik, Entwurfsmuster, Algorithmen – es machte einfach unglaublich Spaß. Ich hatte immer mehr Ideen für Spiele – und konnte immer mehr umsetzen, spürte, wie ich mich mit jedem kleinen Programm, das ich schrieb, wieder ein bisschen verbesserte.

Nach einem Jahr, also im Dezember 2013, hatte ich mein erstes Android-Game veröffentlicht. Doch schnell merkte ich, dass mit dem Programmieren und Veröffentlichen der Spiele allein noch gar nichts getan ist. Denn niemand findet Games, die einfach nur so mal eben online gestellt wurden. Ich war ein bisschen enttäuscht, wollte aber nicht aufgeben. Meine Spiele wurden kaum heruntergeladen. Eines hat inzwischen 50 Downloads. Die anderen zwischen 0 und 20. Ich beschloss, mich ein bisschen über Marketing zu informieren und meine Spiele besser zu vermarkten – um sichtbarer zu werden und um ein paar Downloads zu erzielen.

Im Moment studiere ich Informatik, komme jetzt ins zweite Semester. Mit meinen Spielen stehe ich noch ganz am Anfang. Ich wünsche mir sehr, dass ein paar der Games von Menschen gefunden und gespielt werden – und ich weiterhin motiviert bleibe und noch fleißig das ein oder andere Spiel entwickeln werde.

In diesem Blog hier möchte ich darüber berichten, wie es vorwärts geht:

Über neue Spiele, die ich programmiert habe – neue Ideen, die ich umsetzen möchte. Natürlich werde ich auch ein paar Hintergrund-Informationen geben: Wie schwierig und stressig es „wirklich“ ist, eine Öffentlichkeit mit selbstprogrammierten Games zu erreichen.. Wie man sich manchmal ein bisschen zu sehr ins Programmieren vertiefen kann..

Zusätzlich werde ich hin und wieder vermutlich auch über andere Hobbys und Erlebnisse berichten.

Wer Interesse hat, mehr über meine Games zu erfahren, kann sich gerne auch die Infos hierzu auf meiner Homepage ansehen.